Unsere U20-Jungs unter den Top10 in Deutschland

Ein sensationeller achter Platz bei den DM U20

Eine Erfolgsgeschichte hat am Wochenende in Grafing bei München seinen Abschluss gefunden. Nach dem Landesmeister- und Nordmeistertitel erkämpfen sich die U20-Jungs der VSG einen sensationellen achten Platz bei den DM in Grafing. Trainer Jürgen Witte hatte sich gewünscht, das eine oder andere Spiel zu gewinnen. Was dann am Samstag in der Vorrunde geschah, übertraf alle Erwartungen.

Am 29.April ging es für unsere U20-Jungs auf die nächste Abenteuerreise nach Grafing bei München. Mitten in der Abiturzeit half uns der Flughafen Lübeck großzügig und so konnten Spieler und Orga-Team die Reise optimal planen. Generell waren es eigentlich zwei Teams, die eine grandiose Leistung ablieferten: Denn der aufwendige organisatorische Teil hat unseren Jungs und dem Trainerteam komplett den Rücken freigehalten. Das erste Team startete bereits am frühen Morgen, um Josse Lange in Berlin von der Klassenfahrt einzusammeln und dann vor Ort sich um die Mietwagen zu kümmern. Entsprechend wurde das komplette Team dann pünktlich um 18:30 Uhr direkt vom Flughafen in München abgeholt, um in Grafing noch eine kurze Trainingseinheit zu absolvieren und bayrische DM-Luft zu schnuppern. Vor Ort wurden wir sehr freundlich empfangen und konnten noch eine kurze Trainingseinheit absolvieren. Danach hieß es erstmal Kohlenhydratspeicher beim Italiener auffüllen und die Ankunft des Teams zu feiern. Anschließend ging es ins Hotel nach Kirchseeon, das von Außen Pfui und von Innen Hui war - wir fühlten uns die Tage sehr wohl dort. Um 08:30 Uhr mussten wir am Samstag in der Halle sein - entsprechend hieß es um 7:30 Uhr gemeinsames Frühstück und Abfahrt. Bereits am Freitag hatten wir einen Blick auf einige Teams geworfen und stellten einige Unterschiede fest - Fazit war erstmal, dass wir nicht untergehen werden. Es folgte eine kurze Begrüßung durch die Gastgeber und mit Erklingen der Nationalhymne wurde endgültig klar, dass eine DM etwas Besonderes ist. Die Aufregung und Anspannung stieg. Um 10:00 Uhr war das erste Spiel gegen die LE Volleys aus Leipzig in der Gruppe angesetzt. Der Spielplan stellte sich für unsere Jungs als optimal heraus. Hoch motiviert und bestens vom Trainer Jürgen Witte eingestellt, fand man gleich im ersten Satz direkt ins Spiel und dominierte durch Aufschlag und Angriff. Wir waren auch sportlich angekommen und legten stark los. Dabei ließen wir den Leipzigern keine Chance und gewannen unser erstes Spiel mit 2:0 deutlich. Parallel spielten unsere weiteren Gruppengegner, die man nun beäugen konnte. Dabei wurde uns klar, das Grafing neben Berlin die stärksten Teams waren, die wir bis dahin gesehen hatten. Das vierte Team in unserer Gruppe war der Oldenburger TB und unser nächster Gegner, den wir etwas stärker als Leipzig einschätzen, aber auch machbar war. Mit dem ersten Sieg im Rücken und die Chance, die Zwischenrunde sicher zu erreichen, gingen die Jungs ins zweite Spiel. Dieses zeichnete sich durch viele Eigenfehler auf beiden Seiten aus. Die Jungs fanden erst spät im ersten Satz in ihr Spiel. Allerdings stabilisierten die Lübecker sich zum Ende des Satzes, der dann knapp mit 25:22 gewonnen wurde. Der zweite Durchgang war dann ein Schlagabtausch mit vielen Fehlern auf beiden Seiten, wobei auch hier sich die Hansestädter durchsetzen und am Ende sicher mit 25:21 das Spiel gewannen. Der absolute Wahnsinn - wir waren sicher Gruppenzweiter und das Spiel um den Gruppensieg gegen Gastgeber Grafing war das i-Tüpfelchen der Vorrunde, denn hier gab es nichts zu verlieren. Entsprechend bekamen alle Spieler auch ihre Chance, sich zu präsentieren. Leider legte Grafing sehr stark gegen uns los und unsere Annahme und das Blockspiel waren ein ziemlicher Ausfall. Wir mussten wechseln und schauen, dass wir nicht komplett untergingen. Grafing zeigte uns unsere Grenzen auf und wir verloren den ersten Satz deutlich mit 12:25. Nach dem ersten Schock ging es in den zweiten Durchgang, in dem wir etwas besser wieder in unser Spiel fanden und es entwickelte sich ein hochklassiges Match, wobei Grafing auch diesen Satz mit 25:21 für sich entschied. Für uns war Grafing mit diesem Auftreten Turnierfavorit, also gab es keinen Grund, enttäuscht zu sein. Es folgte die spannende Zwischenrunde am Abend. Dank Livestream konnten wir die anderen Gruppenspiele in Rosenheim verfolgen und dort liefen noch die Gruppenspiele in einer ausgeglichen Gruppe. In einem engen Dreisatz-Spiel unterlag Hannover dem TV Rottenburg. Bereits im Stream war zu erkennen, dass wir auf ein gutes aber auch schlagbares Team stoßen werden und der Einzug ins Viertelfinale realistisch war. Die Hannoveraner mussten die Reise nach Grafing mit einer Niederlage im Rücken antreten und am Abend gegen uns spielen. Mit dem Glauben, ins Viertelfinale zu kommen, entwickelte sich ein spannendes Match, wobei immer eine kleine Führung herausgespielt werden konnte. Auch in der Endphase spielten die Lübecker Jungs konzentriert und so ging der erste Satz an uns. Im zweiten Durchgang schwand beim Gegner der Glaube an einen Sieg. Die Niedersachsen versuchten noch, sich zum Ende des Satzes heran zu kämpfen, aber damit stieg auch deren Fehlerquote, so dass der zweite Durchgang sicher mit 25:20 an die VSG ging. Die Sensation war geschafft - wir standen im Viertelfinale und durften am Sonntagmorgen nach Rosenheim reisen, wo wir auf den Gruppensieger VC Dresden trafen. Aber erst einmal hieß es Regenerieren. Nach kurzem Hotelaufenthalt ging es direkt zum gemeinsamen Essen. Es gab etwas Zeit zum Durchatmen und man blickte auf einen grandiosen Tag mit einem tollen Ergebnis zurück - wir waren unter den letzten acht Teams und hatten bereits eine sensationelle Platzierung sicher. Aber zunächst hieß es am Sonntagmorgen Abfahrt 07:15 Uhr nach Rosenheim. Wir kamen durch unser Orga-Team pünktlich am Feiertag in eine große helle Halle und wurden auch hier freundlich empfangen. Bereits beim Einspielen wurde uns klar, dass der VC Dresden nicht die Stärke von Berlin oder Grafing hatte. Entsprechend gab es nicht zu verlieren und mit Mut und Siegeswillen war das Halbfinale durchaus in Reichweite. Es folgte wie auch schon am Samstag ein starker Spielbeginn. Die sichtlich überraschten Dresdner gerieten ins Hintertreffen und den Satzgewinn hatten unsere Jungs beim Stand 23:19 vor Augen. Dresden wechselte den Aufschlagspieler und versuchte, den Satz noch zu drehen. Leider versagte in der entscheidenden Phase unsere Angriffsstärke auf allen drei Positionen mit der Folge von drei direkten Fehlern. Sichtlich verunsichert führte ein Annahmefehler zum Ausgleich. Dresden war wieder im Spiel und gewann den ersten Satz knapp mit 26:24. Dieser Niederlage wirkte schwer, so dass im zweiten Durchgang unsere Stärken im Aufschlag und Angriff deutlich schwächelten. Erst zur zweiten Hälfte des Satzes konnte man etwas aufholen und sich heran kämpfen. Eine unglückliche Schiedsrichterentscheidung gab dann beim Spielstand von 22:24 den Ausschlag, so dass eine Überraschung nicht möglich war und der zweite Satz mit 25:22 an den späteren Finalisten Dresden ging. Die Enttäuschung war groß, weil man Dresden am Rande einer Niederlage hatte und den Sprung auf das Treppchen verpasst hatte. Eigentlich hätte man komplett zufrieden sein müssen und mit einer Niederlage im Viertelfinale war zu rechnen, aber so wie diese zustande kam, war es sehr unglücklich. In folgenden beiden Platzierungsspielen mussten die Lübecker dem kleinen Kader Tribut zollen. Die Spiele gegen TV Rottenburg und Schweriner SC gingen zwar verloren, aber man konnte nun etwas Durchprobieren und dadurch die Spiellaune verbessern, so dass auch diese Spiele nicht "abgeschenkt" wurden. Die Jungs hatten weiterhin Spaß und die knappe Niederlage am Morgen war zumindest bei den Jungs auf dem Feld vergessen. Mehr war am Sonntag leider nicht mehr drin, so dass am Ende die DM mit einer einstelligen Platzierung abgeschlossen wurde und eine traumhafte Jugendsaison zu Ende ging. Eine derartige Leistung überraschte viele Gegner und hinterließ einen bleibenden Eindruck. Es war für alle ein tolles Erlebnis, dass man nicht vergessen wird. Danken möchten wir unseren Unterstützern auf allen Ebenen, zu denen die Michael-Haukohl-Stiftung, die Firma Bardenhagen und der Flughafen Lübeck sowie zahlreiche Einzelspender zählen. Endlich hatte man am Sonntagabend auch Zeit auf eine erfolgreiche und emotionale Saison trotz Corona zurückzublicken. Zwei Jahre Zwangspause und dann diese Leistung - einfach beeindruckend. Für vier Spieler war es der Abschluss und Höhepunkt ihrer Volleyballjugend. Am Ende kam etwas Wehmut auf, weil sich ein besonderes Team gefunden hatte, dessen Reise nun langsam ihr Ziel erreicht hat. Entsprechend emotional waren die Worte unseres U18-Spielers und Spielkapitäns Eric einen Tag später, nachdem wir sicher in Lübeck gelandet waren:

„Da kann ich mich auch nur anschließen, was alle Eltern, Trainer und Betreuer diese Saison und insbesondere dieses Wochenende geleistet haben, ist Wahnsinn. Danke euch allen!!! Man kann es nur wiederholen, was wir diese Saison gespielt haben, wird man in Lübeck nicht mehr vergessen. Wir haben es geschafft, die VSG auf nationaler Ebene konkurrenzfähig zu machen. Diesen Erfolg haben wir Spieler uns durch viel Training und Motivation verdient, aber auch Thomas und Jürgen dürfen wir nicht außer Beachtung lassen, wir alle hatten das Gefühl in Auszeiten und vor bzw. nach den Spielen perfekt gecoacht worden zu sein.Danke an alle, dass ich so etwas miterleben durfte! Das wird ewig in meinem Kopf bleiben!!!❤️“

 

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