Kurz vor dem Saisonstart dreht sich bei unseren Drittligavolleyballern noch einmal das Trainerkarussell. Unser langjähriger Trainer Marco Schlicht übergibt nach 11 erfolgreichen Jahren sein Amt. Mit dem Ende der Ära Schlicht beginnt für uns aber auch eine neue: Das aufstrebende Trainertalent Alex Beitz übernimmt als neuer Headcoach unser Lübecker Spitzenteam.
In den 11 Jahren mit Marco haben wir nicht nur den Weg von der Kreisliga bis in die 3. Liga geschafft, sondern er hat auch strukturell in unserem Verein viel bewegt. Mit seinem Namen wird vor allem die Professionalisierung im Herrenbereich verbunden bleiben, die gemeinsam mit dem Einsatz vieler anderer Ehrenamtlicher unseren Aufstieg in die dritte Liga erst ermöglicht hat. Zahlreiche von uns, die heute überregional spielen, wurden durch Marcos athletisch und taktisch anspruchsvolle Schule an das aktuelle Leistungsniveau herangeführt.
Der Rücktritt unseres Trainers mag angesichts der erzielten Erfolge und seiner Hingabe überraschend wirken. Doch nach jahrelangem Engagement und akribischer Arbeit, die nicht erst seit dem Drittligaaufstieg mindestens vier Volleyballtage pro Woche und 22 Spieltage inklusive langer Auswärtsfahrten bedeutete und weit über gewöhnliches ehrenamtliches Engagement hinausging, sind seine persönlichen Gründe für uns nachvollziehbar. Trainer Schlicht selbst sagt dazu:
„Man kann nicht sagen, dass ich keine Lust mehr auf Volleyball oder die VSG habe. Es gab Gründe für die Trennung, aber da gibt es keine Schuldigen. Die Jungs sind alle cool und wir haben uns nicht im Bösen getrennt. Wir haben einen guten Nachfolger gefunden, der meine Arbeit fortführen wird.“
In unserer Mannschaft überwiegt vor allem die Dankbarkeit für Marcos Vollblutengagement. Kapitän Christoph Menge, seit der Regionalligaübernahme Schlichts 2019 fester Bestandteil und zuletzt verlängerter Arm des Coaches auf dem Feld, brachte es stellvertretend auf den Punkt:
„Wir danken Marco für sein riesiges Engagement der letzten Jahre. Seit 2020 hat er nicht nur wesentlich zum sportlichen Erfolg der VSG, inklusive zweier Meisterschaftstitel in Verbands- und Regionalliga und dem erstmaligen Aufstieg in die 3. Liga beigetragen, sondern auch stets eine große Rolle in der Entwicklung von uns Spielern neben dem Court gespielt. Auf seinen vollen persönlichen Einsatz für die Mannschaft konnten wir uns immer verlassen. Wir wünschen ihm nur das allerbeste für die Zukunft und freuen uns schon auf die nächsten Erfolgsmeldungen aus dem Hause VSG, sobald Marco dort wieder ein Team übernimmt.“
Auch aus unserem Vorstand wurde Marco von Thomas Kranz Dank ausgesprochen:
„Wir danken Marco Schlicht für seinen leidenschaftlichen Einsatz als Trainer und die damit verbundenen Erfolge im Herrenbereich. Leider wird Marco aus persönlichen Gründen den Weg mit den ersten Herren nicht fortführen. Der Vorstand wurde von der Entscheidung überrascht, respektiert diese aber und hat mit Alexander Beitz eine interne Lösung als Nachfolge gefunden. Marco Schlicht hat uns eine faire Übergangslösung angeboten. Mit einer verjüngten Mannschaft erreichten die ersten Herren unter seiner Regie den Regionalmeistertitel und erreichten im Folgejahr einen sensationellen dritten Platz in der dritten Liga. Bereits zuvor war Marco als Spieler in der Regionalliga für Lübeck aktiv und schlug direkt danach die Trainerlaufbahn ein. Seine langjähriges ehrenamtliches Trainer-Engagement verdienen hohen Respekt. Marco bleibt der VSG erhalten und kann sich vorstellen, neue Aufgaben zu übernehmen, was uns als VSG sehr freut.“
Glück im Unglück haben wir ohnehin: Mit Alexander Beitz konnten wir vereinsintern einen Nachfolger finden. Alexander hat sich bereits als Jugendtrainer für Verein und Land herausragend verdient gemacht. Unter anderem als Teil des Gold Teams für Trainer im Leistungssport der Sparkassenstiftung zu Lübeck ist er ein anerkannter Fachmann mit Drang nach oben. Zu seiner „Beförderung“ sagte Coach Beitz:
„Ich freue mich auf die neue Herausforderung im Erwachsenenbereich. Für mich stand fest, dass ich die Chance 3. Liga annehmen werde!“
Unser Mittelblocker Pommerenke blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den Wechsel:
„Auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren, habe ich wie jeder Einzelne von uns Marco und Kerstin sportlich wie menschlich einiges zu verdanken. Ohne seinen unbändigen Enthusiasmus und seine Leidenschaft würden Mannschaft und Verein nicht dort stehen, wo wir aktuell stehen. Sein Hunger nach Erfolg und Entwicklung ist einzigartig, das ist nicht zu ersetzen.“
Gleichermaßen enthusiastisch äußert er sich über den neuen Coach Beitz:
„Jeder, der ihn coachen sehen hat, weiß, was für ein Trainertalent er ist. In den ersten Trainings hat er einen fantastischen Eindruck gemacht. Wir können uns nicht glücklicher schätzen, so einen Ersatz gefunden zu haben für jemanden, der gar nicht zu ersetzen ist.“
Damit ist alles über die beispiellose Entwicklung unter Marco Schlicht gesagt. Professionell wie über seine gesamte Karriere von Kreisliga bis Dritte Liga Nord übergibt er ein Team in bestmöglichem Zustand – und in gute Hände.
